Verliebt in den Entführer

Das Donaufestival in Krems verkauft heuer Katzen im Sack. Am Sonntag wurde das Publikum vom Popduo 1115 überrascht


REPORTAGE: MARTIN PESL
FEUILLETON | aus FALTER 18/17 vom 03.05.2017

Die Kassafrau hat eine Meinung. Ob man sich das Stück von Ariel Efraim Ashbel ansehen solle am Sonntagabend beim Donaufestival? Nein, sagt sie, das zeitgleich stattfindende "Stockholm-Syndrom" sei empfehlenswerter. Nicht geklärt wird, ob sie das Geheimnis kennt, also schon weiß, wer beim heutigen Überraschungsprogrammpunkt auftritt, oder ob sie nur findet, dass es eine gute Sache ist, die Katze im Sack zu kaufen.

Die Schiene "Stockholm-Syndrom", die der neue Intendant Thomas Edlinger beim Donaufestival eingeführt hat, verdankt ihren Namen einem Phänomen, wonach Entführungsopfer oder Geiseln eine unerwartete Zuneigung zu den Tätern entwickeln. Eine mutige Ansage also, das Publikum soll sich verlieben, ohne vorher zu wissen, in wen.

So findet sich der Gast gegen Ende eines durchwegs erfreulichen Festivaltages im Forum Frohner ein und ist zunächst verblüfft über die in Performance-und überhaupt Festivalkreisen schier unerhörte Pünktlichkeit, mit der die Entführung anhebt. Julian

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