Film Neu im Kino

Fantasy-Familiendrama: Trauer, Traum, Fabelbaum

LEXIKON : FILM | aus FALTER 18/17 vom 03.05.2017

Im Fantasy-Familiendrama "Sieben Minuten nach Mitternacht" zerrinnt das Bild. Das liegt an der Aquarell-Optik der Visionssequenzen und daran, dass wir weinen (zumindest ich). Schmaler Schulbub (intensiv: Lewis MacDougall) muss sich mit hantiger Oma (imposant: Sigourney Weaver) arrangieren, während die Mutter in Chemotherapie ist; Begegnungen mit einem Baummonster werden ihm zum Ausweg, der nicht Flucht ins Fabulieren heißt, sondern dessen Umnutzung als Trauertherapie. Krebs bleibt Krebs, Kitsch bleibt Kitsch - beides aber mit unerwarteten Wendungen; dazwischen kracksen und knirschen Holz und Haus. Intimes und Monströses rinnen ineinander. All das Bersten führt doch nur Ohnmacht zur Einsicht. Wie in jedem Film des Spaniers J.A. Bayona ("Das Waisenhaus") hat Charlies Tochter Geraldine Chaplin hier einen Kurzauftritt. D R Ab Fr in den Kinos


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