Summ Summ im Schatten der Containerkräne

Die Künstlerin Rosa Barba beweist in der Secession ihr Können im Umgang mit analogem Film und Landschaftsmetaphern

KRITIK: NICOLE SCHEYERER | FEUILLETON | aus FALTER 18/17 vom 03.05.2017

Lastwägen kurven durch eine öde Schneelandschaft. Vor dem schiefergrauen Meer bringen sich Containerkräne in Formation, aus einer Pipeline quillt Schlamm. "Er könnte giftig sein", befürchtet eine Männerstimme. "Wir wissen nicht, was dort geschieht. Uns sagen sie gar nichts."

Für ihren Film "Somnium" von 2011 hat die Künstlerin Rosa Barba die Baustelle eines gigantischen Industriehafens bei Rotterdam erkundet. Die 1972 geborene Wahl-Berlinerin führt in ein der See abgetrotztes Niemandsland, in dem Konzerne schalten und walten, während sie die Anrainer dumm sterben lassen.

Plötzlich taucht vor einem Holzverschlag ein Mann mit einer Maske auf. Einen Moment lang wirkt er wie ein Astronaut, aber es handelt sich bloß um die Schutzkleidung des Imkers. Er zieht eine Wabe aus einer Holzbox; die Bienen krabbeln in einer Ecke übereinander, als müssten sie sich verstecken.

Es sind unwirtliche Gegenden wie Wüsten, Autobahnen oder Tunnel, auf die die international erfolgreiche Künstlerin

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