Fremdes Holz, des Mannes Stolz

Warum stiehlt man Maibäume? Warum stellt man sie auf? Sind die rasierten Stämme Phallussymbole? Ein zersägter Maibaum auf einer Weinviertler Bundesstraße wirft Fragen auf


VOLKSKUNDE: LUKAS MATZINGER
LANDLEBEN | aus FALTER 18/17 vom 03.05.2017


Foto: BOKU

In Engerwitzdorf reden sie heute noch davon. Fünf Jahre ist es jetzt her, und die Legende dieser ersten Mainächte 2012 wird bis heute überliefert. Zwölf Maibäume haben Philip Rittberger und seine Stammtischfreunde damals in drei Nächten gestohlen – ein unerreichter Rekord. Nur eine Stunde nachdem der letzte Baum umgepflanzt war, rief ein Redakteur vom ORF-Radio an, in den darauffolgenden Tagen stand die Gemeinde Engerwitzdorf an der Mühlkreis-Autobahn in fast allen österreichischen Tageszeitungen.

Philip Rittberger erinnert sich gern an seinen Coup. Damals war er 24, für sein Vorhaben hat er sich die erste Maiwoche freigenommen, wie viele seiner 14 Verbündeten. Ein Betreiber der örtlichen Biogasanlage hatte ihnen ein Fass Bier für jeden dritten Maibaum versprochen, den sie stehlen und vor seiner Anlage aufstellen. Eigentlich hatte Rittberger nicht vor, zwölf Ortschaften zu roden, aber weil die erste Nacht so gut lief, hat er einfach weitergemacht. Und Brauchtumsgeschichte geschrieben.

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige