Stadtrand Urbanismus

Starmania bei den Wiener Linien

Birgit Wittstock findet, auch Straßenkunst verdient ein Honorar | STADTLEBEN | aus FALTER 19/17 vom 10.05.2017

Die Wiener Linien casten nun also "U-Bahn-Stars", sprich Straßenmusiker, die künftig in U-Bahn-Stationen aufspielen und nicht nur gute Laune, sondern auch ein Gefühl von Sicherheit verbreiten sollen.

Straßenmusiker in den U-Bahn-Stationen, das ist freilich keine Neuerfindung: Leicht abgerissene Typen, die irgendwelche Hadern zum Besten gaben, das sah man in den 80er-und 90er-Jahren entlang jeder U-Bahn-Linie. Seit zum verhatschten "Über den Wolken" mehr und mehr Ziehharmonikagedudel kam, wurden die Musiker relativ eisern aus den Öffis verbannt.

Jetzt sollen eine -noch geheime -Fachjury und der demokratische Geschmack der abstimmenden Mehrheit entscheiden, welche Musik gute Musik ist. Die Auserwählten dürfen dann ab 6. Juli mehrmals pro Woche zwischen 15 und 23 Uhr am Westbahnhof spielen. Um Strom und etwaiges Verwertungsrechtegewirks muss man sich selbst kümmern. Dafür gibt's freiwillige Spenden der Fahrgäste statt Honorar vonseiten der Stadt -die stellt ja schließlich schon die Gratisbühne U-Bahn-Station zur Verfügung. "U-Bahn-Stars" statt "Betteln mit Instrument".


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