Hans, der Kämpfer

Die Boxlegende Hans Orsolics ist als Sportler, als Wirt und als Sänger gescheitert. Genau dafür lieben ihn die Menschen. Ein Porträt zum 70. Geburtstag

GRATULATION: LUKAS MATZINGER FOTO: HERIBERT CORN | BEWEGUNG STADTLEBEN | aus FALTER 19/17 vom 10.05.2017


Foto: Heribert Corn

Hier steht er, der alte Champion in seinem Exil. Der Terrier bellt wie wild, als er ihn sieht, „er ist eine rechte Krätzn“, sagt das Herrl, „aber ich hab ihn gern“. Ein Kleingartengrundstück im 19. Bezirk ist das Reich des Mannes, der die Boxweltrangliste und die österreichische Hitparade angeführt hat, der in Kalksburg, in Steinhof war und viele Male im Gefängnis saß, der seine Haut zu Markte getragen hat, im Quadrat, das sie Ring nennen, und der, obwohl er vier Millionen Schilling an Gagen erboxt hat, sein Leben lang verschuldet war. Hier steht Hans Orsolics.

„Pass auf, nicht herfliegen“, sagt seine Frau Roswitha, die Wiese ist vom Regen rutschig. Roswitha Orsolics ist die Verwalterin ihres Mannes Leben, sie rationiert die Tabletten, den Kaffee und das Geld. „Er gibt ja so viel Trinkgeld – von 22 auf 30, kein Problem beim Hansi.“ Dann lacht er los und sieht dabei aus wie ein kleiner Bub. Seine Fäuste sind bedrohlich groß, aber seine Augen weich und zutraulich. Er zündet sich eine Zigarette an, obwohl er Lungenkrebs hatte.

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