Wie gedruckt

Pressekolumne


NINA HORACZEK
MEDIEN | aus FALTER 19/17 vom 10.05.2017

Die Zeitungen müssen sparen, das ist leider nichts Neues. Normalerweise denkt man bei Einsparungen im Medienbereich als Erstes an geschrumpfte Redaktionen. Das medienkritische Blog kobuk.at hat einen interessanten und bis jetzt viel zu wenig beachteten Aspekt des großen Mediensparens untersucht. Kobuk hat sich angesehen, inwieweit österreichische Tageszeitungen bei ihrer Bildauswahl auf die kostenlosen PR-Bilder der Ministerien zurückgreifen. Das Ergebnis: Alle Zeitungen verwenden die Fotos der Haus-und Hoffotografen. Natürlich kommen die Politiker auf solchen Bildern besonders gut weg, inszenieren sich als die großen Macher, als diejenigen, die mit den Großen der Welt auf Du und Du sind.

Meist sind es Auslandsreisen, auf denen diese Bilder entstehen. Denn immer seltener leisten es sich die Verlagshäuser, eigene Fotografen auf Politikerreisen mitzuschicken. Immer öfter wird sogar darauf verzichtet, Redakteure mitreisen zu lassen. So führt das Sparen nicht nur zu immer dünner besetzten Redaktionen. Sondern auch zu einer immer unkritischeren Bildberichterstattung.


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