Film Neu im Kino

Sechs Porträts zur Zukunft in der Gegenwart


Sabina Zeithammer
Lexikon | aus FALTER 19/17 vom 10.05.2017

Drohende Gefahr kann Kräfte aktivieren, Unsicherheit Energien freisetzen, dieser entgegenzuwirken: Der Dokumentarfilm "Die Zukunft ist besser als ihr Ruf" beleuchtet Strategien, um der herrschenden Krisenstimmung zu entkommen. Rita Trattnigg, Expertin für partizipative Demokratie, und ihr BürgerInnen-Rat, Andrea Roschek, Gründerin der "Pannonischen Tafel", die Armut und Ausgrenzung zu vermindern hilft, Judith Schachinger, Mitbegründerin der Initiative "Speiselokal", die regionale Lebensmittel unter die Leute bringt, der Ökonom und Kulturhistoriker Walter Ötsch, die Architektin Anna Heringer, die sich für nachhaltiges Bauen einsetzt, sowie der Schriftsteller und Heimhelfer Andreas Renoldner werden vorgestellt.

Das Werk des Regiekollektivs Teresa Distelberger, Niko Mayr, Gabi Schweiger und Nicole Scherg weist Parallelen zur Doku "Tomorrow" von Cyril Dion und Mélanie Laurent (2015) auf, die Ideen versammelte, um die Welt zu verbessern, und zur Mitwirkung aufrief.

Im Gegensatz zu der darin versuchten Skizze eines großen Ganzen miteinander verknüpfter globaler Probleme und Lösungsideen stehen in der österreichischen Doku sechs "Porträts einer Haltung" wie sechs Kurzfilme nebeneinander. Dass die darin sichtbar gemachten Ansätze Potenzial für eine positive Zukunft haben, steht außer Frage, dennoch bilden sie mehr individuelle Gegenwart ab, als dem Filmtitel gerecht zu werden.

Als besonders schwierig erweist sich die Kürze der Beiträge im theoretischen Umfeld, in dem der Gehalt der Doku über in den Raum gestellte Worte mit begrenztem Neuigkeitswert kaum hinausreicht. Verbunden mit einer sehr klassischen formalen Gestaltung hat das ermutigende Filmchen mit einem schönen Soundtrack von Federspiel so mehr TV- als Kinocharakter.

Ab Fr im Filmcasino


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