Tanz Kritiken

Kreisch nur, du rarer Rubelrabe!

Martin Lhotzky | Lexikon | aus FALTER 19/17 vom 10.05.2017

Das Wiener Staatsballett stellt sein Ensemble mit drei durchaus eigenwilligen Interpretationen von Igor-Strawinsky-Stücken vor. Eno Peci führt in seiner Choreografie das an E.T.A. Hoffmanns düstere Romantikmärchen erinnernde "Petruschka" über eine Art klassischen russischen Kasperl in das Schicksal eines jungen, komplett überforderten Lehrers über. Im mittleren Teil mit dem Titel "Movements to Stravinsky", einer antikisierenden Ballettcollage von András Lukács, wird in Rüschenkrägen klassisch getanzt (das ist der stimmigste Part des Abends), und im Titelstück "Der Feuervogel" verlegt Andrey Kaydanovskiy das Zaubermärchen um den Zarewitsch Iwan und den bösen Zauberer Koschey in eine offenbar stalinistische Fabrik für Schaufensterpuppen und Vogelfutter. Eine insgesamt recht seltsame Angelegenheit.

Volksoper, Di 19.00


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