Digitalia

IT-Kolumne


ANNA GOLDENBERG
MEDIEN | aus FALTER 19/17 vom 10.05.2017

Wir kennen uns von Twitter." Ein Satz, den ich dieser Tage häufig äußere, was ich vor einigen Jahren ebenso wenig prophezeit hätte wie einen US-Präsidenten, den man noch peinlicher findet als George W. Bush. Die erhöhte Frequenz dieses Satzes lag übrigens darin begründet, dass vergangene Woche die Österreichischen Journalismustage stattfanden und ich jetzt gerade auf der re:publica, der Konferenz über digitale Gesellschaftsthemen, in Berlin herumkrebse (es wird wieder gebloggt: goldenberg.falter.at).

Auf "Wir kennen uns von Twitt er" folgt die sekundenschnelle Entscheidung, ob man nun per Du oder Sie oder ganz ohne persönliche Anrede weitermacht ("Wie geht's denn so?") sowie die Abschätzung, ob ein Kommentar über den Wiedererkennungswert des Profilbilds angebracht ist. Der Umgangston im folgenden Gespräch bleibt meist zivilisierter als so mancher Twitter-Feed. Über Feminismus, Islam und Radwege wird wenig gestritten; stattdessen ist man sich einig, dass man den aktuellen US-Präsidenten noch peinlicher findet als George W. Bush.


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