Das Museum der Emanzipation

Die Sammlung Verbund präsentiert feministische Kunst aus den revolutionären Seventies. Auf einer Tour durch Europa macht die Schau jetzt in Wien Station

AUSSTELLUNGSGESPRÄCH: NICOLE SCHEYERER | FEUILLETON | aus FALTER 19/17 vom 10.05.2017

Als die Künstlerin Renate Eisenegger vor zwei Jahren einen Anruf aus Wien erhielt, traute sie ihren Ohren nicht. Ob sie denn noch die Fotografien zu ihren Performances von Anfang der 1970er-Jahre besäße?

"Ich konnte wirklich nicht glauben, dass sich jemand dafür interessierte. Das musste ein Scherz oder ein Irrtum sein", erzählte die 1949 geborene Deutsche anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Woman" im Museum moderner Kunst (Mumok).

Am anderen Ende der Leitung war damals Gabriele Schor, die seit 2004 die Kunstsammlung des österreichischen Energiekonzerns Verbund aufbaut. Die Kunstkritikerin hatte Eiseneggers Performancefotos in einem alten Katalog entdeckt und sie in der Schweiz ausgeforscht.

Schor war fasziniert von Eiseneggers Fotoaktion "Hochhaus", bei der die junge Künstlerin mit weiß bemaltem Gesicht auf dem Boden kniet und den Flur bügelt. Der "Dachbodenfund", für den sich über 40 Jahre lang niemand interessierte, hängt jetzt in der Wanderausstellung der Sammlung Verbund,

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