Amigos, Amadeus, Amusement


LUKAS MATZINGER
Falters Zoo | aus FALTER 19/17 vom 10.05.2017

Auch wenn es den Wetterverantwortlichen noch niemand gesagt hat, wäre jetzt eigentlich Mai, weshalb die Veranstalter und Festivalbetreiber der Stadt langsam aus ihrer Winterruhe erwachen. In der Eventkategorie Diverses stände da in der vergangenen Woche zum Beispiel ein Konzert des 18-jährigen kanadischen Teenie-Pop-Schwarms Shawn Mendes, den kennt unsereins ja gar nicht, er ist aber in der Ö3-Welt Mords ein Star, sodass er die ganze Stadthalle ausverkaufen konnte.

Ein paar Tage später trat das dynamische Volkstümlicher-Schlager-Brüder-Duo Die Amigos in derselben Halle auf, und das, obwohl der Ältere, Karl-Heinz Ulrich, wegen Krankheit gar nicht dabei sein konnte. Was also tun? Der Jüngere, Bernd Ulrich, ging beinhart allein auf die Bühne. Am Freitag verabschiedete sich das Kunst-und Partyveranstalterkollektiv Pomeranze mit einem Fest in der Grellen Forelle für immer aus dem Wiener Nachtleben. Nach vier Jahren und insgesamt 50 Pomeranze-Events in verschiedenen Clubs und Locations wurde das Projekt zu Grabe getragen. Was schade ist.

Jetzt folgt, was wahrscheinlich ohnehin nicht vielen entgangen ist: Und zwar wurden am Wochenende die sogenannten Amadeus-Awards vergeben, sie verstehen sich als bedeutendster Preis für österreichische Popmusik. Seit dem Jahr 2000 veranstaltet der Verband der Österreichischen Musikwirtschaft einmal im Jahr eine Gala, die Nominierungen ergeben sich aus einer Jurybewertung und Verkaufszahlen des zurückliegenden Jahres, Juryund Publikumsstimmen bestimmen die Preisvergabe. Heuer wurden die Awards zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder im ORF übertragen.

Durch den Abend führten die FM4-Moderatorin Riem Higazi und der Schauspieler Manuel Rubey, der sich im Laufe des Abends als allerhand österreichische Popstars verkleidete, was dem Boulevard im Falle Andreas Gabaliers eine "Eklat um"-Schlagzeile wert war. In der Amadeus-Hauptkategorie wurde Bilderbuch zur Band des Jahres ernannt, weiters bekamen Voodoo Jürgens, Mynth, Ernst Molden und Willi Resetarits Preise, Letztgenannter für sein Lebenswerk. Man könnte sagen, österreichischer Pop hat schon einmal weniger Spaß gemacht.

Kommen wir nun endlich zu der Art Veranstaltung, bei der man nicht nur zuschauen, sondern auch etwas davon haben kann: Am vergangenen Wochenende hat sich die kleine Lebensader der Stadt namens Donaukanal endgültig in den Sommermodus begeben. Eigentlich hatten die Lokale dort eh schon längst offen (als erstes hat die Strandbar Herrmann am 31. März aufgesperrt, also vor dem vorletzten Schneefall der Saison). Aber vergangene Woche stellten die großen Kanallokale Summerstage und Tel Aviv Beach von Ossi Schellmann (Summerstage) und Familie Molcho (Tel Aviv Beach) am Dienstag (S) und Samstag (T) bei einem großen (S) zu einem riesigen (T) Saisoneröffnungsfest das Gartenmobiliar zu DJs und Live- Musik gen Wasser.


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