Doris Knecht Selbstversuch

Doch, es macht einen großen Unterschied

Doris Knecht hat Stress
KOLUMNEN, FALTER 19/17 vom 10.05.2017

Auch große Kinder brauchen Trost. Schön, dass sie überhaupt noch zu einem kommen mit ihren Problemen. Jedenfalls ist das Kind schlecht drauf, fürchtet sich vor einer Arbeit. Man hat es fest im Arm, man tröstet es, man redet ihm gut zu und sagt ihm, wie toll es ist. Und linst dabei ständig auf die Uhr, denn in dreiundzwanzig Minuten muss man, komme, was wolle, auf den Zug nach Linz, zur Lesung im Posthof. Einundzwanzig. Da muss das Kind wieder zusammengesetzt sein, fertig getröstet -achtzehn -, muss wieder funktionieren. Man weiß eh, welche Knöpfe man beim Kind drücken muss, und man schafft das irgendwie, aber es macht Stress. Und schlechtes Gewissen. Und Stress.

Aber wer hat schon keinen Stress. Wobei, ich sag das wieder einmal, Alleinerzieherinnen und Alleinerzieher objektiv mehr Stress haben. Die meisten, die ich kenne, haben sich angewöhnt, so zu tun, als sei eh alles easy, Perfektionistinnen allesamt, die sich nicht bei Überforderung ertappen lassen, fix nicht. Was andere

  507 Wörter       3 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Artikel dieser Ausgabe finden Sie in unserem Archiv.

Anzeige

Anzeige