Landrand Ruralismus

Die Namen sind Programm


Gerlinde Pölsler
LANDLEBEN | aus FALTER 19/17 vom 10.05.2017

Stadtkinder haben es leicht, sie sind mit eindeutigen Vor-und Familiennamen versehen, dieses Namensdoppel beschreibt sie möglichst unverwechselbar. Vorname, Nachname und aus. Auf dem Land schaut das, weiß Gott, ein bisserl anders aus. Zunächst einmal steht auf dem Land der Familienname vor dem Vornamen -damit gleich eingangs die Abstammung, also die Familienzugehörigkeit, geklärt wird.

Wirklich knifflig wird's aber bei Vulgo-bzw. Hausnamen. Insbesondere bei Bauernfamilien ist der eigentliche Nachname zu vernachlässigen, stattdessen rückt der Name des Hofes ins Interesse. Wenn zum Beispiel ein Herr Maier in den Hof einer Bauernfamilie Gruber einheiratet und die nachkommende Familie dann also eigentlich Maier hieße, bleiben sie trotzdem auf Generationen die "Gruberbauern". Der Familienname Maier unterliegt dem Hausnamen und ist nicht mehr gebräuchlich.

Auch bei Fragen nach dem Namen muss man auf dem Land vieles beachten: "Wie heißt du?" ist die Frage nach dem Vor-, "Wie schreibst du dich?" die nach dem Familiennamen, wohingegen "Von wem bist du?" die Frage nach den Eltern, also deren Hausoder Mädchennamen ist.


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