Nüchtern betrachtet

Wenn Schnell ermittelt, brodle ich in der Küche

Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: faltershop.at/nuechtern

Feuilleton | aus FALTER 20/17 vom 17.05.2017

Die genervte Aufforderung der Erwachsenenwelt, nicht dermaßen zu brodeln, ist in meiner Kindheit hundertfach über mich ergangen. Ich war ein Großwesir der Brodlerei. In diesem Wortsinne, den der Duden als "österreichisch umgangssprachlich" ausweist, bildet "brodeln" den Gegensatz zum Verb "hudeln", von dem bekanntlich die Kinder kommen, wobei beiden Tätigkeiten wiederum eine gewisse Unachtsamkeit gemein ist. Ich würde allerdings gerne behaupten, dass ich dem scheinbar paradoxen Zustand des fokussierten Brodelns beim Kochen relativ nahe komme. Wenn's in den Töpfen brodelt, dann brodle auch ich, bin aber zugleich von beiläufiger Konzentriertheit. Ich glaube, es ist Zen.

Eigentlich sollte das Essen zu Beginn der "ZiB" oder spätestens des Hauptabendprogramms auf dem Tisch stehen, man will schließlich fernschauen beim Essen und nicht irgendeine kultivierte Konversation führen müssen. TV und Dinner gehören zusammen, weil das Fernsehen das Gehirn zur Produktion von Alpha-Wellen anregt

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