Rechtswissenschafts-Dekan Paul Oberhammer über die AG-Leaks und menschenverachtende Postings: "Es gab nur einen Rücktritt"


Interview: Nina Horaczek

Politik | aus FALTER 20/17 vom 17.05.2017

"Es schmerzt, dass solche Untaten am Juridicum möglich sind", schrieb Paul Oberhammer, Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät, in einem offenen Brief, nachdem der Falter menschenverachtende Postings von Funktionären der ÖVP-nahen Studentenvereinigung Aktionsgemeinschaft (AG) Jus veröffentlicht hatte. Der Dekan forderte den Rücktritt aller Personen, "die sich daran beteiligt haben oder es auch nur geduldet haben". Wieso das bis jetzt nicht passierte, erklärt Oberhammer im Gespräch mit dem Falter.

Falter: Herr Dekan, wie sehr hat Sie der Skandal an Ihrer Fakultät überrascht?

Paul Oberhammer: Dass Studierendenvertreter einer bürgerlichen Fraktion derart widerwärtige Dinge tun, das war natürlich unvorstellbar. Aufgefallen ist uns zuvor nur eine inhaltliche Nähe der Mitglieder der AG Jus zu eher freiheitlichen Inhalten. Der Wahlkampfleiter der AG Jus im aktuellen ÖH-Wahlkampf wollte 2015, zum Höhepunkt der Flüchtlingsströme, am Juridicum eine Veranstaltung mit dem Titel

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