Wiener Festwochen Tipps

Warten auf die Demokratie bei den Wiener Festwochen


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LEXIKON : THEATER | aus FALTER 20/17 vom 17.05.2017

Die Gruppe Saint Genet unter der Leitung des amerikanischen Regisseurs Derrick Ryan Claude Mitchell erzählt mit Bildern in Zeitlupe, hypnotischen Sounds und etwas Text die Geschichte einer Gruppe von Siedlern, die in Nevada in einen Schneesturm gerät. Bisher tat sie dies in Episoden beim Donaufestival in Krems, der letzte Teil "Promised Ends: The Slow Arrow of Sorrow and Madness" kommt bei den Wiener Festwochen in der Halle G im Museumsquartier heraus -bis 20.5., Beginn 20 Uhr, zuvor darf das Publikum durch die Bühneninstallation wandern. Das versprochene Ende ist übrigens 22.30 Uhr.

Auch bei Romeo Castellucci ist das frühe Amerika Thema. Der italienische Theatermacher, der schon mehrmals mit mehr oder weniger verstörendem Bildertheater bei den Festwochen zu Gast war, imaginiert in "Democracy in America" eine Welt, bevor der Staat durch Politik geregelt war. Und er imaginiert diese Welt im Volkstheater als einziges Fest (23. bis 26.5., 20 Uhr).

Im Performeum in der Laxenburger Straße, das an diesem Wochenende erstmals offen hat, sind Ausstellungen zu sehen, in die Performances eingebettet sind. Super Nase & Co. zeigen zum Beispiel unter dem Titel "This Is Not Wiener Festwochen?", was alles nicht zum Festival eingeladen werden konnte, etwa Marina Abramović (bis 21.5.).

Eine Neuentdeckung im Sprechtheaterbereich könnten Mohammad Al Attar und Omar Abusaada aus Syrien sein, deren Arbeiten noch nie in Wien zu sehen waren. "Während ich wartete" spielt am Krankenbett eines Jungen, der bei einer Kontrolle an einem Checkpoint in Damaskus zusammengeschlagen wurde (Halle G im Museumsquartier, ab 24.5.). Parallel dazu lässt wenige Meter entfernt in den Hofstallungen des Mumok der Künstler Santiago Sierra 48 Stunden lang Namen von Opfern des Syrienkriegs verlesen.


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