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Panik und Tricks: Der Kampf um die Piste 3

Überblick: Benedikt Narodoslawsky | Medien | aus FALTER 20/17 vom 17.05.2017

Im Februar verbot das Bundesverwaltungsgericht dem Flughafen Wien den Bau einer dritten Piste (siehe auch Fair-Beilage). Nun bringen sich Unterstützer und Gegner der Piste in Stellung.

Um Stimmung gegen das Urteil zu machen, startete der Flughafen Wien bereits im April eine große Kampagne. Herzstück: die Webseite drittepiste.at. Darauf wird etwa panisch davor gewarnt, dass sich der Flugverkehr von Wien nach Bratislava verlagert (Slogan: "Entweder 30.000 neue Jobs bei uns. Oder in Bratislava"). Die Seite sammelt Unterstützer für die dritte Piste und listet prominente Fürsprecher auf -von ÖVP-Innenminister Wolfgang Sobotka über die Wiener SPÖ-Stadträtin Renate Brauner bis hin zu Rechnungshofpräsidentin Margit Kraker. Am Wochenende knackte die Seite die 10.000-Klick-Unterstützer-Marke.

Vergangene Woche reagierten die Gegner der dritten Piste mit einer Gegenwebseite, statt drittepiste.at heißt sie drittepiste.org. Sie verzeichnet bereits mehr Unterstützer als die des Flughafens. Wie ist das möglich? "Weder bei uns noch beim Flughafen Wien haben 10.000 Leute unterschrieben", sagt Manuel Grebenjak von der Initiative "System Change, Not Climate Change!". Während man beim Flughafen Wien mehrmals anonym abstimmen kann, orientiert sich der Zähler der Pistengegner einfach am Zähler des Flughafens Wiens. "Damit wollen wir die Absurdität aufzeigen", sagt Grebenjak. Den Slogans von drittepiste.at hält drittepiste.org lange Abhandlungen entgegen.

Die Behauptung, dass das Bratislava-Argument wackelt, bestätigt dem Falter Veronika Ševčíková, Sprecherin des Airport Bratislava. Sie sagt: "Wir planen in naher Zukunft nicht, eine neue Piste zu bauen."


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