STALINGRAD FÜR TEDDYBÄREN

Der deutsche Nazi-Imitator Jonathan Meese huldigt in Wien seinem Idol Richard Wagner. Wie gefährlich ist der Skandalkünstler?


Einschätzung: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 20/17 vom 17.05.2017

Versuche es deiner Mutter zu erklären, lautet eine gern bemühte Einsicht, sobald sich jemand zu kompliziert ausdrückt. Wenn der Berliner Künstler Jonathan Meese, 47, seiner Mutter in einer Videoaufnahme das Wiener Parsifal-Projekt erläutert, verfällt er in einen Monolog, der die Sache nicht einfacher macht. "Ich kann keine Noten lesen, aber ich kann lieben", ruft er ihr zu, oder: "Ich bin der Dämonenjäger!" Die 88-Jährige meint dazu trocken: "Und so was habe ich geboren."

Meese hält sich derzeit in Wien auf, um für die Wiener Festwochen seine Version von Richard Wagners Oper "Parsifal" auf die Bühne zu wuchten. Seit vielen Jahren beschäftigt ihn der deutsche Komponist, der Literatur, Musik und Raum zu einem Gesamtkunstwerk vereinte.

Die Bayreuther Festspiele engagierten Meese 2016 für eine "Parsifal"-Inszenierung. Die Zusammenarbeit endete mit einem Zerwürfnis. Die Organisatoren erklärten die Absage mit Budgetproblemen, was in den Augen Meeses eine faule Ausrede war. Die Hüter

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