Digitalia

IT-Kolumne


Anna Goldenberg
Medien | aus FALTER 20/17 vom 17.05.2017

Als ich mich vergangene Woche auf der re: publica, der gigantischen Konferenz über die digitale Gesellschaft in Berlin, tummelte, fielen mir als Erstes die Fotowände mit den Polaroidbildern auf. Es gab eine, um Menschen auf schönen Möbel, eine andere, um die Besucher des Standes zu dokumentieren, und eine Dritte, die als analoge Datingplattform diente: Das eigene Foto konnte man mit verschiedenen Stickern ("Suche Freundschaft","Nur Männer","Nur Frauen" und so weiter) garnieren. Über die Erfolgsquote ist nichts bekannt.

Klingt nach Hipster-Blödsinn, ist aber fortschrittlich - denn das Bewusstsein, dass man über Inhalte, die man ins Internet stellt, kaum Kontrolle hat, fehlt noch vielen. "Was du heute teilst, kann morgen etwas vollkommen anderes bedeuten", erklärte Jillian York von der Electronic Frontier Foundation. Digitale Bilder sind nicht statisch, sondern können je nach Algorithmus, der sie sortiert, eine andere Bedeutung erlangen. So ein Polaroid bleibt hingegen immer gleich. Nur verblassen tut's irgendwann. Außer, man fotografiert es ab.


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