Watchdog

Zum Weinen: Die Lücke im Microsoft-System

Benedikt Narodoslawsky | Medien | aus FALTER 20/17 vom 17.05.2017

Der gesamte Schaden steht noch nicht fest, aber sicher ist: Er wird enorm sein. Die Schadsoftware "Wanna Cry" legte in den vergangenen Tagen in mehr als hundert Ländern Computer lahm. In England mussten daraufhin Patienten in Krankenhäusern verlegt werden, Autobauer Renault hielt die Produktion in seinen Werken an, in Deutschland funktionierten Fahrkartenautomaten der Bahn nicht mehr.

Erpresser schickten die Schadsoftware aus, um die Daten ihrer Opfer zu verschlüsseln und sie gegen Geld wieder zu entschlüsseln. Möglich machte den Großangriff eine Sicherheitslücke im Betriebssystem Microsoft. Sie war im April bekannt geworden, als Hacker aufdeckten, dass sie der US-Geheimdienst NSA ausnützt. Microsoft stellte daraufhin ein Sicherheitsupdate zur Verfügung, das viele allerdings nicht installierten.

In Zusammenarbeit mit Investigate Europe veröffentlichte der Falter bereits im April, welche Gefahr die Abhängigkeit von Microsoft für die öffentliche Verwaltung bedeutet (Nachlese: http://bit.ly/falter_microsoft1 und http://bit.ly/falter_microsoft2). Der Konzern wiederum gibt nun den Regierungen eine Mitverantwortung am Hackerangriff. Sie hätten die Behörden nicht ausreichend vor den entdeckten Software-Schwachstellen gewarnt.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige