Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 20/17 vom 17.05.2017

Pop

Perfume Genius: No Shape

Auf früheren Alben hat sich der US-Songwriter Mike Hadreas alias Perfume Genius als Drama-Queen inszeniert. Nun macht er den nächsten Schritt und legt einen Songzyklus darüber vor, wie es sich anfühlt, als schwuler Mann mit Suchtvergangenheit in einer langjährigen Beziehung zu Stabilität zu finden - und diesen Zustand festzuhalten. Das Resultat ist großer Kunstpop, der sich nicht in Kunstwollen verliert, sondern wunderbar eingängige Momente hat und auch mit originellen Arrangements besticht. (Matador) SF

Jazz

Yaron Herman: Y

Die Lakonie des Albumtitels kontrastiert auffällig mit der Musik. Es wabert und wummert, es hämmert und hallt. Der frankoisraelische Pianist hat sein klassisch besetztes Trio um Celesta, Elektronik und Gastsänger ergänzt und die Genregrenzen in Richtung psychedelisches Chanson erweitert. Über Stolpergrooves werden weitere perkussive Patterns, Single Lines und Soundschlieren geschichtet. Bei einem Eurovision Song Contest of Jazz hätte diese gnadenlos auf Effekt getrimmte Performance gute Chancen. (Blue Note) KN

Global

Großmütterchen Hatz & Klok: Salon Oskar

Auf ihrem ersten gemeinsamen Album strecken sich Franziska Hatz (acc), Richard Winkler (cl, sax), Jörg Reissner (git), Roman Britschgi (kb) und Saša Nikolić (dr) nach allen Richtungen und fangen musikalisch ein, was sie kriegen können: Klezmer, Balkan, Jazz, dazwischen blitzen Funk-und Popmomente auf. Hatz und Klok arrangieren Traditionelles neu, komponieren selbst und bringen ein rasantes Tonkarussell in Bewegung, Langsam-Sphärisches inklusive. Besonders groß: Winklers Klarinettensoli. (Eiffelbaum) SP


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