"St. Pölten ist ein Tier, das im Schatten auf der Lauer liegt"

Der samoanische Performer Lemi Ponifasio ist stolz darauf, nie an einer westlichen Akademie studiert zu haben. Nun kommt er nach Österreich


Begegnung: Martin Pesl
Feuilleton | aus FALTER 20/17 vom 17.05.2017

Als Lemi Ponifasio zum ersten Mal in Europa gastierte, bemerkte ein Journalist: "Sie sind der erste Regisseur, den ich treffe, der viel lacht." Er antwortete: "Ich will nicht immer so traurig sein wie Pina Bausch." Der Journalist soll etwas verschnupft auf den Vergleich mit der berühmten deutschen Choreografin reagiert haben, berichtet Ponifasio heiter, denn: "Pina Bausch war Gott."

Die schelmische Respektlosigkeit gegenüber allem, was in der westlichen Elite als Kanon gilt, ist das Kapital von Salā Lemi Ponifasio, Jg. 1964. Er wuchs als eines von zehn Kindern in einem Dorf des pazifischen Inselstaats Samoa auf. Ponifasio ist stolz darauf, nie auf einer Theaterakademie studiert zu haben. "90 Prozent der Performances auf der Welt sind nicht mit westlichem Theater zu vergleichen. Es gibt viele andere Formen", sagt er. Sein neuestes Werk mit dem Titel "Standing in Time" wird demnächst im Festspielhaus St. Pölten uraufgeführt.

Studiert hat Ponifasio sehr wohl, nämlich Politik und Philosophie

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