Fairwort


ARMIN THURNHER
FAIR | aus FALTER 20/17 vom 17.05.2017

Die Spannweite dieser Ausgabe ist beachtlich. Einerseits eine Kooperative, die in den Kärntner Bergen ihre Beharrlichkeit als Zukunftsvision anbietet (Irena Rosc und ich haben sie besucht). Andererseits eine Hi-Tech-Firma aus dem Mühlviertel, die mit ihren Innovationen Weltmarktführer wie Tesla alt aussehen lässt -nicht, was den Börsenwert, aber was die Produkte betrifft. Lukas Matzinger war im Mühlviertel. Und doch gehören beide Geschichten zusammen.

Denn sie beschreiben zwei Arten, wie Menschen die Welt verbessern möchten. Die Verbesserung der Welt durch besseres Verhalten und durch Beharren auf Lebens-und Verhaltensformen, die sich außerhalb der Mode und auch der Modernisierung von allem stellen, und die Verbesserung der Welt durch Technik, durch ständige Verbesserung der Verfahrensweisen.

Es wird das eine nicht ohne das andere geben können, und man muss versuchen zu reflektieren, wie man mit dem Fortschritt am besten umgeht. Wenn Präsident Donald Trump in den USA die Dekarbonisierung stoppt, dann bedeutet das, dass wir Bewohner der Restwelt umso besser argumentieren müssen, dass Klimawandel menschengemacht ist, ein Problem, das wir nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben können. Wir müssen also unsere Argumente schärfen und unser Verhalten ändern. Benedikt Narodoslawsky liefert dazu Gedanken.

Dieses Heft liefert lauter Denkanstöße in Form von Geschichten über die faire Verbesserung der Welt. Dazu gehören jene über Urban Gardening (von Birgit Wittstock), ökologischen Selbstbau (Wojciech Czaja) oder die Recycling-Wende im Textilhandel (Nathalie Großschädl). Schließlich geht es auch einfach um Service, um Hilfe zu fairen Alternativen. Sei es bei der Kosmetik (Nina Horaczek) oder beim Geld (Max Deml). Bianca Tschaikner hat wie immer das Heft elegant illustriert. Viel Freude mit diesem Fair wünscht


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