Buch der Stunde

Folterszenen und Kalauer: Einmal alles, bitte!

Karin Janker | Feuilleton | aus FALTER 20/17 vom 17.05.2017

Mit "Das Labyrinth der Lichter" trägt der spanische Bestsellerautor Carlos Ruiz Zafón seinen Zyklus vom "Friedhof der vergessenen Bücher" zu Grabe. Im vierten und letzten Teil der Serie kehren viele Figuren aus Vorgängern wie "Der Schatten des Windes" wieder.

Auch dieses Mal ist die Handlung im franquistischen Spanien angesiedelt, vor allem im Jahr 1959. Der Erzähler begleitet eine weibliche Hauptfigur, die Waise Alicia Gris, durch die Straßen Barcelonas. Alicia soll im Auftrag der Politischen Polizei nach dem verschwundenen Bildungsminister Mauricio Valls suchen. Der wurde von seiner Vergangenheit als Direktor des Gefängnisses von Montjuïc eingeholt, wo Franco politische Gegner foltern und ermorden ließ.

Von der Vergangenheit eingeholt zu werden ist ein Leitmotiv des Romans. Allerdings ersetzen die häufigen Rückblenden allzu oft die charakterliche Tiefe der Figuren, die Schachtelungen, Parallelführungen und Spiegelungen wirken rasch redundant. Das labyrinthische Schreiben soll

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