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Florian Klenk
Falter & Meinung | aus FALTER 20/17 vom 17.05.2017

Irgendwann einmal werden unsere Kinder fragen, wo wir gerade waren, als sich der Messias in Österreich ankündigte. Und wir vom Falter werden sagen: Wir waren in Klausur im Atelier im Augarten. Wir aßen Spargel in Butter und Brösel, "Händlbrust" (so stand es zumindest auf der Karte) und danach Mohnnudeln mit Zwetschkenröster, als die Nachricht in mein Referat platzte: Mitterlehner tritt zurück. Einen Tag nachdem er verkündet hatte, nicht hinzuwerfen.

Wir vom Falter aßen fertig und diskutierten weiter über die Zukunft unseres Blattes und unsere ausgefuchsten Strategien auf Social Media. Nur ned hudeln, sagten wir uns. Eine Wochenzeitung muss aktuell, aber ausgeruht sein.

Tags darauf brachten sich dann Barbara Tóth und Josef Redl in Stellung. Tóth prophezeite schon in der letzten Falter-Ausgabe, dass sich Kurz in einer eigenen Bewegung von der ÖVP absetzen könnte. So wie Josef Redl hatte sie immer wieder Hinweise erhalten, dass Kurz nach Finanziers einer eigenen Liste Ausschau hielt. Die Rekonstruktion der Kurz'schen Machtergreifung lesen Sie auf den Seiten 10 bis 13.

Hinweise bekam auch Nina Horaczek. Sie enthüllte letzte Woche, was die Aktionsgemeinschaft Jus am Juridicum in geschlossenen Foren postete. Die Enthüllung verursachte am Mittwoch einen Zusammenbruch des Falter-Servers, weil wir dreimal so viele Zugriffe verzeichneten wie bei den Panama Papers. Die AG versprach, die Betroffenen zu feuern. Horaczek fragte beim Dekan des Juridicums, Paul Oberhammer, nach und bekam eine verstörende Antwort (Seite 14).


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