Landrand Ruralismus

Ha! Jetzt tritt sie der Welt ein Loch

Gerlinde Pölsler über die Un-Tradition des Aussetzens von Tieren


Gerlinde Pölsler
Landleben | aus FALTER 20/17 vom 17.05.2017

Eine tote Riesenschildkröte fand ein Jogger vergangenen Donnerstag an der Salzach. Das Tier dürfte von seinem Besitzer einfach ausgesetzt worden und ertrunken sein. Am Samstag entdeckte eine Wienerin bei Müllcontainern fünf Königspythons. Schon kommen die Katzenbabys zur Welt, die man gern Tierschützern über den Zaun schmeißt (so sie nicht anderweitig "entsorgt" werden), und bald folgt die Ferienzeit, in der man lästig fallende Hunde flugs aus dem Auto schubst.

Ab und zu gibt es für solche Tiere aber auch ein Happy-End. Zerrupft und zaundürr, aber offensichtlich an Menschen gewöhnt, tauchte kürzlich eine Katze am Hof eines älteren Paars in der Obersteiermark auf. Sogleich wurde sie gefüttert und umsorgt. Die Tierärztin verkündete, es werde bald Junge geben; schon suchte man Plätze. Wenig später jedoch fand die Ärztin nur noch tote Babys im Bauch. Einen Tag nach der OP sprang die Katze herum, "als wolle sie der Welt ein Loch treten", wie die Neo-Besitzerin berichtet. Das Tier ist inzwischen vom Stall ins Haus übersiedelt. Die Ärztin verlangte übrigens nur einen kleinen Betrag. Für ausgesetzte Tiere, beschied sie, macht sie's billiger.


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