Lachen im Keller

Jus-Studenten machten Witze über den Holocaust. Ist der Humor der zukünftigen Richter und Politiker ein Indiz dafür, dass der Antisemitismus im Täterland wieder salonfähig ist?


Kommentar: Matthias Dusini
Politik | aus FALTER 20/17 vom 17.05.2017

Im Frühjahr 2016 schrieb der Islamische Studentenverband der Universität Isfahan einen Karikaturenwettbewerb aus, der den Holocaust zum Thema hatte. Was die persischen Studierenden nicht ahnen konnten, war, dass im fernen Wien gerade einige mögliche Beiträge verbreitet wurden.

Eine Gruppe konservativer, ausschließlich männlicher Jusstudenten traf sich in geheimen Internetforen, um antisemitische, sexistische, behinderten- und auch islamfeindliche Witze auszutauschen. "Leaked Anne Frank nudes!" ("Durchgesickert: Nacktbilder von Anne Frank") stand etwa über einem Häufchen Asche, dem Inhalt einer Urne. Bei den Kommilitonen in Isfahan hätte dieser Witz, aufgrund der Kombination von Text und Bild müsste man von Karikaturen sprechen, Aussicht auf einen vorderen Rang gehabt.

In den Reaktionen auf den vom Falter aufgedeckten Skandal überwog die Besorgnis darüber, dass zukünftige Anwälte, Richter und auch Politiker (die Mitglieder der Facebook-Gruppe sind Funktionäre des ÖVP-nahen

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