Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst


FLORIAN KLENK
Falter & Meinung | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Es ist kurz vor Redaktionsschluss und Karin Strobl schickt ein SMS. "Du wir haben keine Zeit mehr", textete sie. Kurz zuvor warnte sie: "Wir haben's echt eng mit der Zeit".

Nein, Strobl ist nicht unsere Chefin vom Dienst, das ist Isa Grossmann, des Stresses kleine Schwester. Strobl ist Pressesprecherin von Ulrike Lunacek, der neuen grünen Spitzenkandidatin. Sie nennt sich "Turbo-Strobl". Uns stört das nicht.

Am Montag um elf Uhr Vormittag trotteten Josef Redl und ich gemächlich rüber zum Karmelitermarkt, um die neue grüne Silberrückin (© Barbara Tóth) zu interviewen. Wir taten so, als hätten wir ewig Zeit, ein Falter-Gespräch braucht eben Muße. Lunacek, Marathonläuferin, war indes im Stress.

Wir sprachen also über Kurz und Gänseleberpastete, über Beatles und Voggenhuber und danach schlenderten Redl und ich gemütlich zurück in die Redaktion. Wir brauten uns ein Tässchen Kaffee, hielten ein Schwätzchen, ich knabberte Redl ein bisschen Pizza weg, dann erst machten wir uns an die ungeliebte Arbeit des Transkribierens.

Ein einstündiges Gespräch muss ja abgetippt, "eingedampft" und redigiert werden. Weil wir in den Transkripten dann immer viel herumstreichen, lassen wir uns das Gespräch autorisieren -in diesem Fall eben von Karin Strobl, einst selbst Journalistin. "Du Florian ... waiting for the Interview", textete sie ein drittes Mal. Wir haben es schließlich doch noch geschafft. Daher spazieren Redl und ich nun in Ruhe nach Hause.


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