Sport Glosse

Der Sport ist ja doch die beste politische Kaderschule


Johann Skocek
Stadtleben | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Sportminister Hans Peter Doskozil wird bei der Nationalratswahl am 15. Oktober SPÖ-Spitzenkandidat im Burgenland. Mit klugen dirigistischen Maßnahmen wie der täglichen Turnstunde kreierte er Arbeitsplätze. Und eine Bewegung, die ihren Namen verdient.

Statt die Schule wie die Bildungsministerin als Einsparungspotential zu betrachten, investierte er Geld. Es ist das erste Mal, dass Sportverbände und -vereine ihren politischen Kopf auf eine Pole Position bringen. Vor einem Jahr noch war Doskozil der naiven Meinung, im Sport käme es auf Medaillen und WM-Titel an.

Doch Sport ist, wie die kleine Schwester Politik, ein nie abgeschlossener Lernprozess. Titel und Wahlen sind nur Zwischenbilanzen. Wichtig sind Disziplin, Beharrlichkeit, Strebsamkeit. Doskozil reformierte die Bundessportförderung. Einige administrative Erleichterungen hat er eingeführt, aber Kapos wie ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel und ÖOC-Präsident Karl Stoss erhalten, was sie wollen.

Im Vergleich zu ihnen sind Amateure wie Christian Kern und Sebastian Kurz Jausengegner. Das Sportministerium war Doskozils Trainingslager, nun muss er zeigen, was er wirklich draufhat.


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