Landrand Ruralismus

Saugut ist dann doch was anderes


Gerlinde Pölsler
Landleben | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Zum Tag der offenen Stalltür luden vergangenes Wochenende vier steirische Betriebe der Initiative "Saugut". Sie wollten zeigen, dass es ihren Schweinen gut geht. Die Leute würden dann "einsehen, dass das nicht so schlimm ist", sagte ein Bauer.

Der Verein gegen Tierfabriken aber zeigte zuvor ihm "zugespielte", nach Einbrüchen entstandene Filme aus diesen Betrieben. Der Begriff "saugut" würde da wohl niemandem in den Sinn kommen. Auf Spaltenböden, eng an eng, dunsten die Tiere ein Leben lang über ihrem Kot. Ein verletztes Schwein wurde von Artgenossen stundenlang an der Wunde angeknabbert. Die Tierschützer werfen der "Saugut"-Initiative "Schönfärberei" vor.

Zur Pressekonferenz erschien auch deren Chef. Erst reagierte er verschnupft: es gebe keine Gesetzesverstöße. Das sei ja das Schlimme, sagt der VGT, dass "Schweinehaltung gesetzlich legitimierte Tierquälerei ist". Dann begann der Bauer zu erklären, was warum wie läuft. Und dass die Konsumenten für bessere Haltung viel mehr zahlen müssten. Eine harte, aber spannende Debatte entstand, die wohl auch viele Fleischesser erreicht. Wir brauchten mehr davon, denn: Wie es ist, passt es nicht.


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