TV-Kolumne

Zeit am Schirm


MATTHIAS DUSINI
Medien | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Manche halten den US-Präsidenten Donald Trump für einen Künstler, der die Welt in Pop-Art verwandelt. Eine neue Netflix-Doku widerlegt diese These, indem sie den Selbstdarsteller als Werk des Spindoktors Roger Stone identifiziert. Die Zweifel an Barack Obamas amerikanischer Nationalität oder die brutalen Attacken auf die Clinton-Familie sind nur zwei von unzähligen Gemeinheiten, die der heute 64-jährige Roger Stone seit dem Wahlkampf von Richard Nixon 1972 erfand, um politische Gegner fertigzumachen.

"Get Me Roger Stone" erzählt die Geschichte eines Zynikers, dem es Spaß macht, ein Arschloch zu sein. Er pflegt einen dandyesken Lebensstil, tritt in TV-Shows mit Maßanzug und Hosenträgern auf. Auf seinem Bodybuilderrücken prangt das Konterfei von Richard Nixon. Gerüchte über seine Mitgliedschaft in einem Swingerclub dementierte Stone erst gar nicht. Man muss googeln, um sicherzugehen, dass er auch wirklich echt ist. Wie Trump ist sein Erfinder ein Bösewicht - und dennoch unglaublich unterhaltsam.


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