Wiener Festwochen Tipps

Eisbären, Roboter, Sex, Obsession & Stefan Petzner


MP
Lexikon | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Die in Deutschland lebende Gruppe Gintersdorfer/Klaßen, die sich aus Deutschen und Ivorern, also Performern aus der Republik Côte d'Ivoire, zusammensetzt, dekonstruiert Mozarts triumphierende "Türkenoper" aus dem Jahr 1782: "Les Robots ne connaissent pas le Blues oder Die Entführung aus dem Serail" heißt die fröhlich provokante Unternehmung, an der auch der Musiker Ted Gaier von den Goldenen Zitronen beteiligt ist (Museumsquartier, Halle E, 26. bis 28. Mai).

"Agora" von Robert Misik unter Mithilfe des gerade höchst erfolgreichen Theatermachers Milo Rau ist ein inszeniertes Diskussionsformat mit Schauspielern, das aber auch mit überraschenden Gäste wie dem ehemaligen BZÖ-Politiker Stefan Petzner aufwartet (Schauspielhaus, 29. Mai bis 14. Juni).

"Let's talk about sex", schlug die Gruppe Mammalian Diving Reflex sechs älteren Herrschaften aus Österreich vor. Sie erinnern sich in einem unkonventionellen Bürgerbühnenprojekt an "All the Sex I've Ever Had"(Theater Akzent, 30. Mai bis 1. Juni).

Die gerüchteweise einzige Produktion des diesjährigen Festivals, die schon vor Beginn ausverkauft war, ist "Obsession", weil da Hollywood-Star Jude Law mitspielt. Aber auch der Regisseur dieser Adaption eines Luchino-Visconti-Films (nach einem James-M.-Cain-Roman) ist durchaus kein No-Name: Ivo van Hove brachte zuletzt 2015 Shakespeares Königsdramen bei den Festwochen heraus, seine multimedialen sechsstündigen "Römischen Tragödien" aus 2008 sind legendär (Museumsquartier, Halle E, 31. Mai bis 3. Juni).

Das Performeum geht am Donnerstag in sein drittes Wochenende mit Hamam, Ausstellungen und Party. Performance-Highlight könnte der britische Live-Art-Künstler Jamal Harewood sein, der den Eisbären in sich erweckt: "The Privileged" (1. bis 4. Juni).


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