Zwischen Kitsch und Kalifat

In Tschetschenien sorgt Putins Gewaltherrscher Ramsan Kadyrow für Ruhe. Ein Reisebericht aus einem unwirklichen Land

BERICHT UND FOTOS: THOMAS SCHMIDINGER | Politik | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Auf den ersten Blick sind die Spuren der Kriege völlig getilgt. Wer heute durch Tschetschenien fährt, sieht nirgendwo mehr Ruinen, Einschusslöcher oder andere Spuren der zwei Kriege, die das nordkaukasische Land verwüsteten.

Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass es kaum irgendwo ein Haus oder eine Moschee gibt, die älter als zehn Jahre sind. In der Hauptstadt Grosny erhebt sich mit einer Dubai nachempfundenen Skyline eine geradezu potemkinsche Fassade.

Nachts werden die Türme farbenfroh mit Discolicht angestrahlt. Nur wer genau hinsieht, bemerkt, dass die meisten Fenster der neuen Skyline Grosnys am Abend stockfinster sind. Offenbar ist nicht einmal der Schauspieler Gérard Depardieu zu Hause, der dank seiner Freundschaft zum tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow in einem der Türme eine Wohnung besitzt.

Auch die Residenz Kadyrows ist weiträumig abgesperrt und von einer Gated Community mit Einfamilienhäusern und kleinen Villen regimenaher Funktionäre umgeben. Fotografieren

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