Widder


MD
Feuilleton | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Positive Eigenschaften: weltoffen, direkt

Negative Eigenschaften: sorglos, angeberisch

Ekaterina Degot, Steirischer Herbst

Mit Ekaterina Degot, 58, übernimmt eine der wichtigsten Figuren der russischen Kunstszene das Festival Steirischer Herbst. Sie war leitende Kuratorin in der Staatlichen Tretjakow-Galerie in Moskau. Als Professorin an der Alexander-Rodtschenko-Schule für Fotografie und Neue Medien prägte sie eine ganze Generation junger Künstlerinnen und Künstler. Sie selbst beschreibt sich als kämpferisch, ungeduldig und manchmal sogar zu anspruchsvoll. "Ich mag Geschichte und Geschichten, dialektisches Denken und Ironie. Formalismus ist für mich nie genug. Ich glaube an Internationalismus und transethnische Solidarität, auch wenn das idealistisch klingt", sagt Degot. In Graz tritt sie die Nachfolge von Veronica Kaup-Hasler an, die den Steirischen Herbst elf Jahre lang leitete. Die neue Intendantin will noch mehr Diskurs und Diskussion ins Festival bringen und so die Kultur mit aktuellen politischen Themen aufladen. Sie schrieb wichtige Bücher über die russische Moderne und den Moskauer Konzeptualismus und hat derzeit eine Professur an der Frankfurter Akademie der Künste der Welt.

Ihr kulturelles Highlight 2016?

Lawrence Abu Hamdans Audioinstallation "Rubber Coated Steel" im Frankfurter Portikus

Ihr Lieblingsort in Graz?

Die Mur, die hat wirklich Temperament!

Frank Castorf oder Chris Dercon?

Ich war immer ein großer Fan von Frank Castorf. Ich würde aber Chris Dercon die Chance geben, die politische Haltung und Relevanz der Berliner Volksbühne noch internationaler zu machen.


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