Die Stimme aus dem Dunkeln

Roland Spött ling ist Stadionsprecher des Wiener Sportklubs - obwohl er nicht sieht, was am Feld passiert

REPORTAGE: DANIEL NUTZ | Stadtleben | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Roland Spöttling baut seinen mächtigen Oberkörper auf, um die Mannschaftsaufstellungen zu verkünden. Applaus begleitet jede seiner Ansagen. Spöttlings Anspannung weicht einem zufriedenen Lächeln, als würden die Fans im Stadion ganz alleine ihm zujubeln.

"Jetzt kann's losgehen. Das wird hoffentlich a Hetz", sagt der 44-Jährige und nimmt einen Schluck aus der Bierdose. Zu seiner Rechten steht eine alte, eiserne Braille-Schreibmaschine, in die er vor Anpfiff die Namen der Spieler klopft, um sie dann mit den Fingerkuppen vom Blatt zu lesen.

Würde man Spöttling nicht kennen, würde man an diesem Tag zum ersten Mal auf der legendären Friedhofstribüne des Wiener Sportklubs sitzen, man würde nicht auf die Idee kommen, dass der Mann, der die Durchsagen in diesem Stadion macht, blind ist. Roland Spöttlings Sehkraft sitzt neben ihm, sie heißt Gerhard Bauernfeind, ein alter Freund, der ihm vom Spiel erzählt und manchmal den Souffleur gibt.

Zum Anpfiff liegen zwei Kotelettsemmeln und vier

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