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Presseförderung: Wünsche an den Minister

SITZUNG: BENEDIKT NARODOSLAWSKY | Medien | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Im Presseclub Concordia sitzen Journalisten im Sesselkreis, auf ein Flipchart werden gelbe Zettel geklebt. Forderungen wie "Grundsätzlich diskutieren! statt Interessen berücksichtigen", "Bedingung Journalisten-KV" oder "Nicht Quantität, Qualität fördern" stehen darauf.

Die drei Medienorganisationen Fjum, Medienhaus Wien und Presseclub Concordia haben Interessierte aus der Medienbranche zur Diskussion "Medienpolitik, wie wir sie sehen" geladen, aber wenn man Moderatorin Astrid Zimmermann so zuhört, könnte sie aufgrund der politischen Verwerfungen der letzten Woche schon zu spät sein. "Die Presseförderung steht nicht unter den zehn Punkten, die die Regierung noch beschließen will", sagt die Generalsekretärin des Presseclubs Concordia, "warum geht da nichts weiter?"

Die geplante Reform der Presseförderung von Medienminister Thomas Drozda (SPÖ) droht angesichts der Neuwahl zu scheitern. Er wollte sie zur Medienförderung umgestalten, die auch Online-Nachrichtenseiten und Gratismedien berücksichtigt. Der Fördertopf sollte sich dafür auf rund 17 Millionen Euro pro Jahr verdoppeln. Mehr Geld sollte es für Medien geben, die sich dem Ethikkodex des Presserates unterwerfen und ihre Journalisten nach Kollektivvertrag anstellen. Dass sich die Koalition auf keine Reform einigen könne, liege schlicht an den "äußerst diversen Interessen -auch unter den verschiedenen Medien", erklärt Standard-Medienjournalist Harald Fidler. Dabei sei eine Reform längst überfällig, meint Medienforscher Andy Kaltenbrunner: "Wir haben Instrumente der 70er-Jahre, ausgestattet mit den Mitteln der 80er-Jahre und einem Verständnis der 90er-Jahre. Und das soll der Aufbruch 2017 sein."


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