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Der Kampf gegen die Brutalität im Netz

BENEDIKT NARODOSLAWSKY | Medien | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Die Deutschen machen Ernst. Justizminister Heiko Maas (SPD) will noch vor dem Sommer ein Gesetz gegen Hass im Netz auf den Weg bringen. Damit sollen Netzwerke wie Facebook künftig gezwungen werden, illegale Inhalte zu löschen. Der Gesetzesentwurf wurde am Freitag im deutschen Bundestag diskutiert, er sieht Bußgelder von bis zu 50 Millionen Euro vor. Kritiker des Gesetzes warnen derweil vor einer Einschränkung der Meinungsfreiheit.

Noch bestimmt Facebook selbst, was gezeigt werden darf und was nicht. Während die Deutschen an ihrem Gesetz feilen, enthüllte der Guardian am Montag interne Facebook-Dokumente, die Einblicke in die Löschpraxis des Netzwerks geben. So erlaubt Facebook etwa, Suizidversuche live zu streamen. Der Konzern argumentiert, Nutzer würden selbstzerstörerische Inhalte als Hilferuf posten -und diese sollten gehört werden.

Gleichzeitig zeigen die Dokumente auch, mit welcher Fülle an potenziell strafbaren Inhalten Facebook-Moderatoren konfrontiert werden und unter welch hohem Zeitdruck sie komplexe Entscheidungen treffen müssen. Laut dem Guardian beläuft sich allein die Zahl an potenziellen Pornos, die ohne Einverständnis der Gezeigten ins Netz gelangen, auf knapp 54.000.


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