Stadtrand Urbanismus

Weniger ist meistens einfach nur weniger


Lukas Matzinger
Stadtleben | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Es gibt Trends, eigentlich ganz schön viele, von denen man sich wünschen würde, dass sie einem im persönlichen Lebensbereich nie zu nahe kommen. In Island zum Beispiel essen sie gerne vergammeltes Haifleisch, in Hollywood bleichen sie sich Körperteile, wo die Sonne nicht hinscheint, und in Japan wohnen quasi alle in winzig kleinen Schlafkapseln.

Eines von den dreien hat es jetzt in institutioneller Weise nach Wien geschafft, und bevor sie den Privatmodus Ihres Browsers anwerfen, um nach Bleaching-Studios in Ihrer Umgebung zu suchen, sei entwarnt: Es sind die Schlafkapseln.

Die Sleeping Box GmbH vermietet ebensolche im fünften Bezirk, da hat jemand viele solcher Kisten in einen Raum gestellt und verlangt pro Schlafnase 300 Euro Monatsmiete. Dafür bekommt man eine Adresse, einen Spind und natürlich die private Schlafkapsel mit Strom, Lüftung, Lampe und Internet. Dusche und WC (eine weitere Kapsel) muss man sich mit den anderen teilen. Oder wie es in der Annonce heißt: "Es erwartet Sie eine komplett neu renovierte und vollständig ausgestattete Wohngemeinschaft mit allem Komfort."


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