Film Neu im Kino

Piraten auf fünfter Achterbahnfahrt: Salazars Rache

DAVID AUER | Lexikon | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Es entbehrt ja nicht einer gewissen Ironie: Online-Piraten haben den mittlerweile fünften Teil des "Pirates of the Caribbean"-Franchises gekapert und drohen damit, ihn vorab stückchenweise im Netz zu veröffentlichen, bis Disney das verlangte Lösegeld zahlt. Das Studio zeigt sich davon allerdings unbeeindruckt und kommt der Aufforderung nicht nach. Warum auch? Es rechnet sowieso damit, dass knapp nach Kinostart im WWW eine halbwegs schaubare Version illegal für den Heimmonitor abrufbar ist, auf dem "Salazars Rache" ohnehin kaum Vergnügen bereiten dürfte.

Dafür sorgt das Regisseurs-Duo Joachim Rønning und Espen Sandberg mit einer Aneinanderreihung von imposanten Set Pieces, die an das Quellmaterial gemahnt. Rastlos hetzen die Protagonisten von einer Themenpark-Attraktion zur nächsten, als hätten sie nur einen halben Nachmittag für ihren Disneyland-Ausflug eingeplant. Die gelungenen Effekte sind mitunter ganz hübsch anzuschauen und die Achterbahnfahrt-Action wird im Gegensatz zu den letzten beiden Teilen auch nicht durch eine unnötig aufgeblasene Geschichte gestört. Der Untertitel erzählt sie eigentlich schon hinreichend: Captain Salazar (routiniert bösewichtelnd: Javier Bardem) möchte Rache üben am Schluckspecht Jack Sparrow, der ihm vor ewigen Zeiten einmal das Handwerk gelegt hat. Das hat darin bestanden, die sieben Weltmeere von Piraten zu säubern

So wenig wie dem Untoten das beim zweiten Versuch gelingt, schießt auch Disney in seinem Bemühen, dass illegale Treiben mithilfe des FBI zu unterbinden, mit Kanonen auf (Cyber-)Spatzen. Gänzlich werden diese nämlich vermutlich nie verschwinden, genauso wenig wie die "Karibik"-Filme, solange sie weiterhin eine Milliarde Dollar pro Folge einspielen. Trotz vieler Hooks bleibt aber auch diesmal nichts hängen.

Ab Fr in den Kinos (OF 3D im Artis und Village)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige