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Feuilleton | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Positive Eigenschaften: Fels in der Brandung, goldene Nase

Negative Eigenschaften: Ruhe kann zu Sturheit ausarten

Markus Hinterhäuser, Salzburger Festspiele

Während in Wien - angesichts der neuen Festwochen -und in Berlin - angesichts der neuen Volksbühne - die große Diskussion über die Einheit der Form in Kunst und Theater ausgebrochen ist, weil Kuratoren in Theater einbrechen und dem Publikum nicht mehr verraten wollen, was es sehen wird, lehnt sich Markus Hinterhäuser entspannt zurück und macht Urlaub (deshalb war er auch für die kurzen Steckbrief-Fragen nicht erreichbar). Sein Salzburg wird sich nicht ins Verwirrende verändern, solange er es verhindern kann. Hier hat der 1958 geborene Pianist und musikalische Feinschmecker seinerzeit schon Klavier studiert, das Zeitfluss-Festival zusammen mit Tomas Zierhofer-Kin ins Leben gerufen und einmal kurzfristig die Salzburger Festspiele als Übergangsintendant geleitet, und hier wird er dem Publikum auch weiterhin geben, wonach es verlangt: große Oper, virtuoses Schauspiel und diese gewisse Ahnung, dass Kunst etwas Erhabenes ist, das von Können kommt - ohne dass sich das Publikum unterfordert oder in seiner Intelligenz beleidigt fühlt. Nach drei Jahren als Chef der Wiener Festwochen, die er mit guter Laune und Sinn für spektakuläre Musiktheaterproduktionen beaufsichtigt hat, ist Hinterhäuser nach Salzburg zurückgekehrt. Ihm folgen gleich in Saison eins die großen Namen: Dirigenten wie Riccardo Muti, Teodor Currentzis und Maris Jansons oder Regisseure wie Peter Sellars, Andreas Kriegenburg und Simon Stone. Eine Dosis Interdisziplinäres darf übrigens auch in Salzburg sein: Der südafrikanische Künstler William Kentridge wird Alban Berg inszenieren. Mit Kentridges "Winterreise" tourt Hinterhäuser als Pianist seit den Festwochen 2015 sehr erfolgreich.


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