Pesls Festwochentagebuch Notizen eines Festivalbesuchers im Crossoverrausch (2)

Wellness à la Festwochen


Martin Pesl
Feuilleton | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Wien, 16. Mai: Liebes Tagebuch! Heute fand die zweite "Theater"-Premiere der Wiener Festwochen statt, "Promised Ends: The Slow Arrow of Sorrow and Madness" von der Gruppe Saint Genet. Der zweite Teil des Titels traf die Stimmung der Vorstellung ganz gut: Ein tief in einen Topf voller Leiden ("sorrow") getunkter Pfeil ("arrow") bohrte sich bewusst langsam in die Körper der Anwesenden. Der erste Teil bezog sich möglicherweise darauf, dass unterschiedliche Endzeiten angekündigt wurden ("promised ends"): 22 Uhr, 22.10 Uhr und 22.30 Uhr. Es wurde dann die letzte, was das Leid zusätzlich verschärfte und mich ziemlich wütend ("mad") machte.

Der US-amerikanische Künstler Derrick Ryan Claude Mitchell hatte ein ähnliches Projekt letztes Jahr bereits beim Donaufestival in Krems gezeigt; auch damals hatten sich in, neben und hinter einem Gebilde aus Neonröhren Menschen in Goldfolie eingewickelt, einander mit Honig beträufelt und sich mal ekstatisch, mal in Zeitlupe bewegt. Mantraartig waren

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