Der Brei des Columbus

Die Festwochen-Ausstellung sucht nach Kunst über den Kolonialismus - und entdeckt wenig Erhellendes


KRITIK: MATTHIAS DUSINI

Feuilleton | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Die Festwochen-Ausstellung "The Conundrum of Imagination" greift einen Schulklassiker auf: das Zeitalter der Entdeckungen. Die Kuratoren Bonaventure Soh und Bejeng Ndikung machten sich auf die Suche nach Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit der Epoche von Christoph Columbus und Vasco da Gama beschäftigten. Einen neuen Kontinent haben sie dabei nicht entdeckt.

Der Filmemacher John Akomfrah etwa geht zurück in die Welt von William Shakespeare (1564-1616), um die Aristokratie der Spätrenaissance mit dem einsetzenden Sklavenhandel in Verbindung zu bringen. Der Film "Tropikos" stellt Aufnahmen von englischen Schlössern neben Tropenlandschaften, auf der üppig gedeckten Tafel eines Fürsten tauchen, untermalt von düster-sphärischen Klängen, afrikanische Masken auf.

Der Künstler setzt auf die Suggestivität seiner Anspielungen. Er deutet an, dass sich hinter dem Zeremoniell Gewalt und Unterwerfung verbergen. Leider lösen Akomfrahs Bilder Assoziationen zu Ferienclubs oder Fruchtsaftwerbungen

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