Die Islamisierung des Abendbrotes

Seit der Neueröffnung schenkt das beliebte kurdische Restaurant Etap keinen Alkohol mehr aus. Warum nicht?


BERICHT: LUKAS MATZINGER
Politik | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Einer der ersten warmen Tage des Jahres, einer der besten Türken der Stadt. Die Pappel im Gastgarten wirft ihren Samen wie Watte auf die Kopftücher der Damen, der Wirt trinkt Tee mit Zucker und seiner Frau, ein junger Mann bestellt zu essen und ein Feierabendbier.

Er wird es nicht bekommen.

Das Etap in der Neulerchenfelder Straße im 16. Bezirk ist jetzt alkoholfrei. Nach 18 Jahren hat Mehmet Koçak das Restaurant an seinen Sohn Yunus übergeben, mit der Generation wechselte auch die Kultur im Haus: Die letzten Seiten der Speisekarte, auf denen Biere und Schnäpse standen, wurden aus den Folien genommen. Wer heute die Getränkekarte auf der Etap-Webseite sehen will, landet in einer niemals endenden Ladeschleife.

Manche Stammgäste verärgert das. Der Politologe und Islamforscher Thomas Schmidinger schreibt auf Facebook, es fühle sich "schon nach Heimatverlust an, wenn im türkisch-kurdischen Lieblingsrestaurant, in dem man mit FreundInnen viele schöne Stunden verbracht hat, plötzlich

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