Meldungen Kultur kurz

Schriftfund im Stift Admont

Feuilleton | aus FALTER 21/17 vom 24.05.2017

Im Stift Admont in der Obersteiermark machte der Handschriftenexperte Martin Haltrich einen Sensationsfund. In einer Mappe entdeckte er handtellergroße Pergamentfragmente, bei denen es sich womöglich um die ältesten Dokumente in deutscher Sprache handelt. Haltrich und einige andere Wissenschaftler datierten die Schriftstücke auf das Jahr 800, da die Wörter mit karolingischen Minuskeln geschrieben sind. Das ist eine regionale Schriftart, die in dieser Zeit im Kloster Corbie, im heutigen Frankreich, entwickelt wurde. Haltrich fand die Dokumente in einer Mappe, die er im Zuge seiner Forschungen durchblätterte. Die Fragmente erinnerten ihn an den "Abrogans", ein 1200 Jahre altes lateinisch-althochdeutsches Wörterbuch, von dem drei Abschriften bekannt sind. Sie lagern in St. Gallen, Paris und Karlsruhe. Ob die kürzlich entdeckte tatsächlich die älteste ist, steht noch nicht fest. Die Admonter Abschrift sei laut dem Germanisten Stephan Müller aber auch deshalb so besonders, weil die Wörter in einer vollalphabetischen Reihenfolge stehen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige