Wiener Festwochen Tipps

Selbster(z)mächtigung im Hier und Jetzt


MP
Lexikon | aus FALTER 22/17 vom 31.05.2017

Monika Gintersdorfer, die schon an dem Mozart-Gastspiel "Die Entführung aus dem Serail" vergangene Woche beteiligt war, hat gemeinsam mit ivorischen Performern aus ihrem Ensemble, aber auch der in Wien lebenden Künstlerin Elisabeth Tambwe und anderen die Gruppe La Fleur gegründet. In ihrer ersten Zusammenarbeit lassen sie Gestalten aus den Romanen Honoré Balzacs aufleben, die in Halb-und Unterwelt lebten und sich dort stolz als Könige und Königinnen ihrer eigenen Welt präsentierten. Ähnlich exzentrische Dandy-Figuren gibt es heute in Pariser Vororten oder afrikanischen Großstädten. In "Die selbsternannte Aristokratie" erhalten sie eine Bühne (Halle G im Museumsquartier, 1. bis 3.6.).

Exzentrisch geht es im Performeum zu, wenn der amerikanische Künstler Niv Acosta Science-Fiction und Disco zur Choreografie "Discotropic" mischt, um das Prinzip der Repräsentation zu kritisieren und ein schwarz-queeres Lebensgefühl zum Ausdruck zu bringen (1. bis 3.6.).

Eine knappe Woche später eröffnet eine Halle weiter wieder ein großes performatives Universum. Unter dem Titel "Nathi.Aha.Sasa. / Us.Here.Now." kuratiert Zohra Opoku eine Gruppenausstellung mit Künstlerinnen und einem Künstler aus afrikanischen Ländern. Im Rahmen der Ausstellung gibt es jeweils ab 19 Uhr auch performatives Programm. Am Eröffnungsabend (8.6.) performen Steeloolive aus Ghana (der einzige Mann), Lois Selasie Arde-Acquah, ebenfalls aus Ghana, die Johannesburgerin Lebohang Kganye und die Äthiopierin Helen Zeru.

Im Theater an der Wien steigt indes Bernhard Langs vorab vielfach umkreiste Wagner-Fantasie "Mondparsifal Alpha 1-8 (Erzmutterz der Abwehrz)" in der Regie, im Bühnen-und Kostümbild des deutschen Künstlers Jonathan Meese (4., 6. und 8.6.). Die Ankündigungen versprechen, dass es in jeder Hinsicht futuristisch wird.


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