Buch der Stunde

Autor mit Blick für die kleinen Risse im Leben

Sebastian Fasthuber | Feuilleton | aus FALTER 22/17 vom 31.05.2017

Alejandro Zambra wird als junger Meister der lateinamerikanischen Literatur gefeiert. Etwas verzögert erscheinen seine Werke nun in deutscher Übersetzung bei Suhrkamp. Mit seinem 2003 verstorbenen chilenischen Landsmann Roberto Bolaño, als dessen Nachfolger er mitunter bezeichnet wird, hat er nicht viel gemein. Während Ersterer aus dem Exil auf seine Heimat blickte, zu der er ein gespaltenes Verhältnis hatte, wuchs Zambra in den Jahren der Pinochet-Diktatur auf, die für ihn der Normalzustand war. Bis er 15 war, kannte er nichts anderes.

Im Gegensatz zu Bolaño, der extrem lebte und auch beim Schreiben maßlos war, ist Zambra ein Autor der Mittelschicht. Seine Texte schildern das alltägliche Leben zwischen Routine und Scheitern. Auf den ersten Blick wirken sie unspektakulär - fast so, als wollten sie nicht zu viel Aufhebens um sich machen, dem Leser nicht zu nahe treten. Dann aber entfalten sie ihren Reiz, der in der Eleganz der Prosa liegt, in den ungewöhnlichen Erzählperspektiven

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