Theater Kritiken

Fluchtschicksale in Weiß und Schwarz

MARTIN LHOTZKY | Lexikon | aus FALTER 22/17 vom 31.05.2017

Geschafft: "Jacobowsky und der Oberst" können, wichtige Papiere im spärlichen Handgepäck, nach England übersetzen. Als Franz Werfel diese "Komödie einer Tragödie" (so der Untertitel) 1942 fertigstellte, war das ein Hoffnungsschimmer. Bei der Uraufführung 1944 in New York dauerte der Krieg aber noch an. Die leicht gekürzte Fassung, die Bruno Max auf die schwarz-weiße Bühne (Sam Madwar) stellt, betont den Schrecken der Verfolgung, der der Jude Jacobowsky (Hermann Kogler), der Oberst der geschlagenen polnischen Armee, Stjerbinsky (Alexander Rossi), und dessen Geliebte Marianne (Martina Dähne), Sinnbild Frankreichs, ausgesetzt sind. Die zeitlose Parabel wird so aktuell. Ein großer, berührender Abend.

Scala, Fr, Sa, Di-Do 19.45


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