Pesls Festwochentagebuch Notizen eines Festivalbesuchers im Crossoverrausch (3)

Amüsement statt Festwochen-Blues

Martin Pesl sieht sich fast jede Vorstellung der Wiener Festwochen an

Feuilleton, FALTER 22/17 vom 31.05.2017

Wien, 23. Mai: Liebes Tagebuch! Ich bin ein schlechter Mensch. Die Festwochen beteiligten sich an einem Projekt des Künstlers Santiago Serra, bei dem in vier Städten "The names of those killed in the Syrian conflict, between 15th of March 2011 and 31st of December" eingeblendet und mit festen Stimmen verlesen wurden, in Wien in den Mumok-Hofstallungen, vor 120 meist leeren Stühlen, 48 Stunden hindurch. Das ist eine große Geste von trauriger Würde, und ich habe nur dreimal fünf Minuten hineingeschaut.

Außerdem bin ich ein schlechter Mensch, weil ich Romeo Castellucci lustig finde. Der italienische Regisseur und Festwochen-Stammgast hat Alexis de Tocqueville gelesen und dann mit 18 Performerinnen ein bizarres Bildertheater inszeniert, dem anzumerken war, wie gerne er hätte, dass ich es stirnrunzelnd begutachte und dann vor lauter Rätselraten, was es bedeuten könnte, nächtelang nicht schlafen kann. Ich hingegen amüsierte mich königlich über die Frau, die mit ihren Haaren eine

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