Digitalia

IT-Kolumne


Anna Goldenberg
Medien | aus FALTER 22/17 vom 31.05.2017

Erinnern Sie sich an die Zeiten, als der Handyspeicher so klein war, dass man nicht mehr als acht bis zehn Textnachrichten aufbewahren konnte? Ich begann damals ein handgeschriebenes Logbuch, in dem ich die erhaltenen SMS notierte. Das Projekt gab ich nach wenigen Wochen auf, weil es mir unsinnig schien, "Hast du die Mathe-HÜ schon gemacht?" für die Nachwelt niederzuschreiben, eine Auswahl der dokumentierwürdigen Nachrichten nach Wichtigkeit zu treffen mich aber überforderte. Wie konnte ich denn entscheiden, was die Nachwelt interessieren würde? Heute weiß man, dass die NSA vermutlich ähnliche Probleme hat.

Von E-Mail bis Whatsapp verfügen meine Nachrichtendienste heute über bodenlose Speicherplatzfässer. Das ist einerseits super, weil ich keine Korrespondenzen mehr brutal aussortieren muss, andererseits unsuper, weil ich dann Jahre später, während ich etwas ganz anderes suche, auf ungelöschte alte Peinlichkeiten stoße. Das hab ich tatsächlich mal geschrieben? Unreifer Humor reift sichtlich nicht nach. Tut mir leid, Nachwelt.

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